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Fashion in Antwerp

Momu

Antwerpens Modemuseum liegt inmitten des modischen Zentrums der Stadt. Mit seinen hohen Räumen und seiner markanten zeitgenössischen Architektur strahlt es eine inspirierende Dynamik aus. Durch die enge Zusammenarbeit mit der Modeabteilung der Fachhochschule Antwerpen, die es unter seinem Dach beherbergt, ist das MoMu ein lebendiges Museum, das nicht nur über historische Expertise verfügt, sondern auch aktive Verbindungen zur zeitgenössischen Modewelt pflegt.

EXHIBITIONS ARCHIVE

  • BACKSTAGE: SELECTION I

    21. September 2002 bis 04. April 2003

    Bei der Eröffnungsausstellung präsentierte das MoMu Exponate aus seiner Sammlung und schuf so den Rahmen für zukünftige Veranstaltungen. Anstelle eines linearen, chronologischen Aufbaus wurden Arbeiten aus fünf Jahrhunderten unter Themen wie „Schwarz/Weiß“, „Handwerkssinn“ oder „Stickereien“ zusammengefasst. Dahinter stand die Idee, das Archiv als eine Art Schatzkammer zu präsentieren, in der prachtvolle Gegenstände im Dunkeln und unter einfachsten Bedingungen aufbewahrt werden. Die Besucher waren eingeladen, hinter die Kulissen des Museums zu blicken und einen Vorgeschmack auf zukünftige Ausstellungen zu bekommen. Foto © Koen De Waal.

  • GenovanversaeviceversA

    09. September 2003 bis 28. März 2004

    Der zungenbrechende Titel schlägt eine Brücke zwischen den Hafenstädten Genua und Antwerpen, die im 17. Jahrhundert, in der Übergangszeit von der Renaissance zum Barock, eine wirtschaftliche und kulturelle Blütezeit erlebten. Einige Exponate waren bereits im Rahmen von „Arte e Lusso della Seta a Genova dal ‘500 al ‘700“ in Genua zu sehen, einer Ausstellung über Gestaltung, Weberei und die Verwendung von Seide im damaligen Italien. Dank der Szenografie des Modedesigners Angelo Figus unterlief die Ausstellung im MoMu eine radikale Wandlung. Die historischen Exponate wurden mit surrealen Dekoelementen und zeitgenössischen Textilien italienischer und belgischer Designer, wie Missoni, Gianfranco Ferré, Romeo Gigli, Dries Van Noten, Ann Demeulemeester und Roberto Cavalli, kombiniert. „GenovanversaeviceversA“ wurde im Rahmen der Europalia Italien präsentiert. Foto © J. Sonck.

  • PATTERNS

    24. April 2003 bis 10. August 2003

    Patterns bedeutet Schnittmuster. Darunter versteht man die technischen Zeichnungen, die einem Kleidungsstück zugrunde liegen. Zwar sind sie für Kuratoren zu Forschungszwecken von großem Interesse, jedoch werden sie nur selten im Rahmen einer Ausstellung gezeigt. Mit „Patterns“ kehrt das MoMu dieses Verhältnis um und stellt die technische Zeichnung als Grundlage des fertigen Kleidungsstücks in den Mittelpunkt. Jedes Schnittmuster deutet nicht nur ein mögliches Kleidungsstück an, sondern auch den Körper, für den es entworfen wurde. Auf diese Weise lassen sich Rückschlüsse auf die ideale Körperform der jeweiligen Ära ziehen. Gezeigt wurden Arbeiten von Haider Ackermann, A.F. Vandevorst, Hussein Chalayan und Walter Van Beirendonck. Foto © Koen De Waal.

  • MALIGN MUSES

    18. September 2004 bis 30. Januar 2005

    Bei seiner ersten Zusammenarbeit mit dem Londoner Victoria & Albert Museum beleuchtete das MoMu die Beziehung zwischen historischer und heutiger Mode und beschäftigte sich mit der Frage, wie moderne Kleidung von der Mode vergangener Zeiten als einer Art „unheilvoller Muse“ inspiriert wird. Dabei ging die Ausstellung bewussten wie unbewussten Wiederholungen und Einflüssen nach. Als Kuratorin fungierte Judith Clark, die zuvor jahrelang am V&A und dem London College of Fashion geforscht hatte. Die im Rahmen von MALIGN MUSES gezeigten historischen und zeitgenössischen Exponate waren sowohl den ständigen Sammlungen des Modemuseums und des Victoria & Albert Museums als auch den Archiven von A.F. Vandevorst, Bernhard Willhelm, Bruno Pieters, Dries Van Noten, Hussein Chalayan, Maison Martin Margiela, Veronique Branquinho und Walter Van Beirendonck entnommen. Foto © Tim Stoops.

  • GODDESS

    08. Mai 2004 bis 22. August 2004

    Während der letzten zwei Jahrhunderte war die Damenmode fortwährend vom Stil der griechischen Antike beeinflusst. Diesen Umstand nahm das MoMu zum Anlass, um in Anlehnung an die Ausstellung „Goddess, The Classical Mode“ des Kostüminstituts des Metropolitan Museum of Art in New York die Ausstellung „Goddess“ auszurichten. „Goddess“ kombinierte Bestandteile der New Yorker Ausstellung mit Kleidungsstücken der Frühjahrs-/Sommerkollektion 2004, die einen auffallend klassischen Einfluss aufwies. Die im Rahmen von „Goddess“ gezeigten Stücke reichten von den meisterhaft drapierten Kleidern der französischen Modedesignerin Madame Grès bis hin zu den Arbeiten moderner Designer wie Victor&Rolf oder Patrick Van Ommeslaeghe. Foto © Tim Stoops.

  • KATHARINA PROSPEKT: The Russians by A.F. Vandevorst

    09. September 2005 bis 05. Februar 2006

    An Vandevorst und Filip Arickx, die Designer hinter dem Antwerpener Modelabel A.F. Vandevorst, präsentierten eine Auswahl von Objekten und Kleidungsstücken aus der Sammlung des Staatlichen Historischen Museums in Moskau. Der russische Stil beeinflusst auch die eigenen Kollektionen des Designerduos, wie sich vor allem durch die Verwendung von Materialien wie Leder, Pelz und Filz sowie die Anlehnung an Militäruniformen und religiöse Kleidung zeigt. Die Szenografie der Ausstellung bestach durch ihr Spiel mit Klischees der russischen Popkultur. So erwarteten die Besucher nicht nur Vitrinen in Form riesiger Matrjoschkas, sondern auch Ankleidepuppen in typischer Sowjet-Kleidung, die an einem Grenzübergang Schlange standen. „Katarina Prospekt: The Russians“ wurde im Rahmen der Europalia Russland präsentiert. Photo © Ann Vallé.

  • BEYOND DESIRE

    25. Februar 2005 bis 14. August 2005

    Diese interdisziplinäre Ausstellung beleuchtete anhand von Mode, Studiofotografie, Kunst und dokumentarischen Aufnahmen das Wechselspiel der visuellen Kultur Afrikas mit der westeuropäischen. Das zentrale Thema lautete „Sehnsucht“ und gezeigt wurden unter anderem Objekte von Ashish und Bernhard Willhelm, Fotografien von Depara, Malick Sidibé und Apagya sowie eine Ladeninstallation nach dem Entwurf des malischen Modedesigners Xuly Bët. Foto © Tim Stoops.

  • THE MOMU COLLECTION: SELECTION II

    08. September 2006 bis 17. Juni 2007

    Die zweite Ausstellung mit Objekten aus der Sammlung des MoMu war ebenfalls eher thematisch als chronologisch angeordnet. Der Szenograf Bob Verhelst nahm die Tatsache, dass im Erdgeschoss des MoMu einst ein Kaufhaus namens Old England untergebracht war, zum Anlass und ließ sich bei seiner Arbeit von Kaufhausauslagen des 19. Jahrhunderts inspirieren. Auf eigens angefertigten Tischen wurden Mieder, Mäntel, Unterwäsche, Hüte und regionale Trachten drapiert und konnten nach Lust und Laune und bis ins kleinste Detail begutachtet werden. Gezeigt wurden u. a. Arbeiten von Dries Van Noten, Maison Martin Margiela, Rochas, Walter Van Beirendonck, Dirk Van Saene, Veronique Branquinho, Comme des Garçons, A.F. Vandevorst und Stephen Jones. Foto © Jacques Sonck.

  • DREAMSHOP: YOHJI YAMAMOTO

    07. März 2006 bis 13. August 2006

    Nach Präsentationen in Florenz und Paris bildete diese Ausstellung den Abschluss von Yamamotos Ausstellungsserie. Dabei war es dem MoMu ein Anliegen, die Verbindungen zwischen der Antwerpener und der japanischen Mode besonders hervorzuheben. Im Rahmen von „Dreamshop“ wurden mehr als 70 vollständige Silhouetten aus der gesamten Laufbahn des Designers gezeigt, darunter 15 Kleider, die den Besuchern zur Anprobe zur Verfügung standen. Ein weiteres Objekt war auf der Terrasse den Elementen ausgesetzt und gab Zeugnis, wie Sonne und Regen nach und nach ihre Spuren auf ihm hinterließen. Einen weiteren Schwerpunkt bildeten wiederkehrende Themen von Yamamotos Kollektionen, wie übergroße Kleidungsstücke, die Farbe Schwarz, die Kombination von Schwarz und Rot, Asymmetrie, unvollendete Kleider und Uniformen. Foto © Ronald Stoops.

  • BERNHARD WILLHELM: HET TOTAAL RAPPEL

    13. Juli 1007 bis 10. Februar 2008

    Bernhard Willhelm und seine Partnerin Jutta Kraus stifteten dem MoMu 2006 ihr gesamtes Kleiderarchiv. Diese Schenkung gab den Anstoß für eine außergewöhnliche Retrospektive, die Willhelms düstere, groteske Bildsprache in einem eigens geschaffenen Fantasieuniversum innerhalb der Räume des MoMu wirken ließ. Für diese umfassende Ausstellung, die zu Recht als Gesamtkunstwerk bezeichnet werden kann, arbeiteten Willhelm und Kraus mit zahlreichen anderen Künstlern und Designern zusammen, darunter Taiyo Onorato und Nico Krebs, Sarah Kueng, Roman Bleichenbacher, Michael Gross, Megi Zumstein und Claudio Barandun. Gemeinsam setzten sie Bernhard Willhelms charakteristische Bildsprache in dreidimensionale Kulissen um, die sich thematisch mit Ravekultur, Tiroler Trachten, linken Demonstrationen und American Football befassten. Foto © Ronald Stoops.

  • 6+. ANTWERP FASHION

    25. Januar 2007 bis 23. Juni 2007 (präsentiert im Flämischen Parlament in Brüssel und der Opera City Art Gallery in Tokio)

    Wenn Mode aus Antwerpen diskutiert wird, beschränkt sich das Gespräch allzu oft auf die Arbeiten der „Antwerp Six“ (Ann Demeulemeester, Dries Van Noten, Walter Van Beirendonck, Dirk Van Saene, Dirk Bikkembergs und Marina Yee), eine Gruppe junger Designer, die in den 1980er Jahren gemeinsam mit Martin Margiela den Durchbruch in die international Szene schafften. Die Ausstellung „6+. Antwerp Fashion“ vermied genau das und blickte stattdessen zurück zu den Anfängen der Antwerpener Mode. Bei einem anschließenden Ausflug in die Gegenwart porträtierte sie zwei aufeinanderfolgende Wellen junger Designer, die der Modeidentität der Stadt ihren Stempel aufdrückten, darunter Raf Simons, Veronique Branquinho, Bruno Pieters, Christian Wijnants und Peter Pilotto. Foto © Patrick Robyn - Ann Demeulemeester, 1989 | Design: Paul Boudens​.

  • Moi, VERONIQUE. BRANQUINHO TOuTe NUe

    12. März 2008 bis 17. August 2008

    Zum 10-jährigen Bestehen von Branquinhos Label richtete das Modemuseum die Ausstellung „Moi, VERONIQUE. BRANQUINHO TOuTe NUe“ aus. Das französisch-niederländische Wortspiel im Titel bezieht sich sowohl auf den Überblick über Veronique Branquinhos Kollektionen, den diese Ausstellung bieten sollte, als auch auf den ausgesprochen persönlichen Charakter von Branquinhos Arbeiten. Ihre Entwürfe sind meistens von einer Flut an Einflüssen inspiriert, ein Umstand, dem die Ausstellung mit einer Serie von Traumlandschaften und impressionistischen Kulissen Tribut zollte, darunter ein Zauberwald, Filmfragmente, ein mit Tweed ausgekleidetes Zimmer, Musikfetzen und ein Zoetrop mit Silhouetten. Branquinho arbeitet viel mit Stimmungen, mit – wie sie es nennt – „Standbildern“: Schnappschüsse, bestimmte Gesten, Standfotos oder Erinnerungen und Gefühle, die von bestimmten Kleidungsstücken hervorgerufen werden. Foto © Ronald Stoops.

  • MAISON MARTIN MARGIELA '20'

    12. September 2008 bis 08. Februar 2009 (und Wanderausstellung)

    In mehr als 20 Jahren hat das Pariser Label Maison Martin Margiela ein eigenes ästhetisches Universum erschaffen, bei dem Maskierung, Trompe L’Oeil, Kunst und das Unerwartete von zentraler Bedeutung sind. Die Ausstellung „Maison Martin Margiela ‚20‘“ war mehr als eine klassische Retrospektive, vielmehr zeigte sie, wie sich das ästhetische Konzept des Modehauses im Laufe der Jahre nicht nur in seinen Kollektionen sondern auch in seinen Kommunikationen, Ladendesigns und Veranstaltungen manifestierte. Als Teil der Ausstellung wurden riesige Pailletten hinaus auf Antwerpens Straßen geblasen. Die Szenografie war dem Design von Margielas Hausatelier in Paris nachempfunden, mit besonderer Betonung des Herstellungsprozess, dessen Sichtbarmachung bei MMM eine große Rolle spielt. Foto © Ronald Stoops.

  • PAPER FASHION

    06. März 2009 bis 16. August 2009

    Papier diente zwar schon in zahlreichen Kulturen und historischer Perioden als Werkstoff für Bekleidung, doch ist Mode aus Papier nach wie vor kaum bekannt und wenig erforscht. Ausgehend von einer einzigartigen Sammlung von Einwegkleidern aus den 1960er Jahren – einer Leihgabe der Athener Atopos-Kollektion – untersuchte PAPER FASHION die Verwendung von Papier und verwandten Materialien in der modernen und zeitgenössischen Mode. Früher machten ihre offenkundige Modernität und die Idee, sie nach einmaligem Tragen wegzuwerfen, den Reiz der Papierkleider aus. Heute versprechen sich Designer von Papier neue Möglichkeiten, Schlichtheit zum Ausdruck zu bringen und mithilfe von Techniken wie Origami hochkomplexe, skulpturale Formen umzusetzen. Foto © Ronald Stoops.

  • DELVAUX. 180 Years of Belgian Luxury

    17. September 2009 bis 21. Februar 2010

    Die 1829 in Belgien gegründete Lederwarenfirma Delvaux gilt als eines der ältesten Luxuswarenhäuser der Welt. Die Ausstellung „Delvaux. 180 Years of Belgian Luxury“ veranschaulichte die Vorgänge und Techniken, mit denen die Handtaschen des in Mode- und Adelskreisen beliebten Unternehmens gefertigt werden. Außerdem gab sie einen Abriss über die Entwicklung der Firma: von der Herstellung von Reiseartikeln für den belgischen Adel im 19. Jahrhundert, über den Siegeszug der modernen Handtasche im 20. Jahrhundert bis hin zur Umsetzung der unternehmenseigenen Vision einer neuen Eleganz unter der damaligen künstlerischen Leitung von Veronique Branquinho. Die Szenografie entführte die Besucher in die frühen Tage des Massentransports via Zug, Ozeandampfer und Flugzeug und stellte einen Teil des Brüsseler Ateliers der Firma nach. Foto © Frederik Vercruysse.

  • BLACK. Masters of Black in Fashion & Costume

    25. März 2010 bis 08. August 2010

    Als eines der ehemals wichtigsten europäischen Zentren für das Schwärzen von Textil hat Antwerpen einen besonderen Bezug zur Farbe Schwarz. Und auch heute noch erfreut sich die Farbe bei vielen von Antwerpens bekanntesten Modeschöpfern großer Beliebtheit. Die Ausstellung erläuterte die Entwicklung von Färbetechniken und hinterfragte, warum Schwarz die bevorzugte Farbe für Trauerkleidung, feierliche Porträts, Geschäftsanzüge und subkulturelle Strömungen ist. Neben Gemälden und historischen Kleidern gab es auch moderne Mode zu sehen. Außerdem wurden die Texturen und Möglichkeiten diverser schwarzer Materialien wie Pelz, Leder und Spitze untersucht. Foto © Frederik Vercruysse.

  • Stephen Jones & The accent of fashion

    08. September 2010 bis 13. Februar 2011

    Von seinen frühen Tagen als Vorreiter der Londoner New Romantics, in denen er den Stil der sogenannten Blitz Club Kids mitprägte, bis hin zu seinen extravaganten – aber immer bestens durchdachten – Kreationen für Modehäuser wie Marc Jacobs, Christian Dior, Jean Paul Gaultier und Lanvin war der Hutmacher Stephen Jones stets ein Quell außergewöhnlicher Ideen. Dank einer langfristigen Leihgabe der privaten Sammler Geert Bruloot und Eddy Michiels beherbergt das MoMu mit mehr als 120 Hüten die größte Sammlung von Stephen Jones Kreationen außerhalb Großbritanniens. Anlässlich des 30-jährigen Bestehens der Stephen Jones Millinery präsentierte das Modemuseum eine Retrospektive, die sowohl den bahnbrechenden Kollektionen des Modisten als auch seinen einfallsreichen und eleganten Kollaborationen mit anderen Künstlern gewidmet war. Foto © Frederik Vercruysse.

  • Unravel. Knitwear in fashion

    16. März 2011 bis 14. August 2011

    Strickwaren stellen seit jeher eine vielfältige und luxuriöse Inspirationsquelle der High-End-Mode dar. „Unravel. Knitware in Fashion“ räumte mit dem hausbackenen Image der Strickkunst auf und präsentierte den Besuchern eine Vielzahl edler Strickstücke und Accessoires aus den letzten Jahrzehnten, wobei der Schwerpunkt auf Haute-Couture-Stücken und ihren lokalen Interpretationen lag. Herausragende Designs nationaler wie internationaler Designer und Labels – darunter Elsa Schiaparelli, Missoni und Vivienne Westwood – historische Kleidungsstücke und avantgardistischere zeitgenössische Modelle von etablierten Designern und Newcomern der internationalen Modeszene wurden gezielt nebeneinander gezeigt, um den Einfallsreichtum und die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten der Strickkunst in der Haute Couture zu präsentieren. Foto © Frederik Vercruysse.

  • Walter Van Beirendonck. Dream the world awake

    14. September 2011 bis 19. Februar 2012

    In seiner farbenfrohen und bilderstürmerischen Karriere hat Walter Van Beirendonck weder vor der futuristischen Welt der Technomode, Fetischismus, Stickkunst oder Edelschneiderei haltgemacht. Dank seiner Faszination mit Ethnografie, Spiritualismus, dem Übernatürlichen, Ritualen, Science Fiction und Technologie – um nur einige zu nennen – weisen seine Kollektionen oft ein starkes narratives Element auf. Im Rahmen der Ausstellung „Dream the World Awake“ zeigte das MoMu nicht nur besonders außergewöhnliche Stücke seiner Kollektionen und des Labels W&LT, sondern veranschaulichte auch, wie Walter Van Beirendonck die Grenzen der Schönheit auslotet und Themen wie Umweltschutz, Aids und Massenkonsum in seinen Kollektionen und Präsentationen verarbeitet. Foto © Ronald Stoops.

  • LIVING FASHION: WOMEN’S DAILY WEAR 1750-1950

    Jacoba de Jonge Collection

    21. März 2012 bis 12. August 2012

    Im Rahmen dieser Ausstellung wurden 100 Silhouetten mit insgesamt 2500 Objekten aus der Sammlung von Jacoba de Jonge präsentiert, die dem Museum großzügig von der Sammlerin zur Verfügung gestellt worden waren. Anhand der Outfits für jeden Anlass zeichnete die Ausstellung ein Bild des normalen Alltags von Frauen der Mittelschicht. Ob Unterwäsche, Haushaltskleidung oder Reisekostüm, Umstandsmode, Sportbekleidung oder Sommer-Outfit – die in dieser Kollektion porträtierten Frauen waren modebewusst, aber keine Trendsetterinnen. Sie versuchten, der jeweiligen Mode – so gut es ging – zu folgen, unterwarfen sich ihr aber nicht.  Die Frauen, die diese Ausstellung uns zeigt, waren nicht die idealisierten Stilikonen der Modezeichnungen, sondern echte Frauen, die ein ganz normales Leben führten. Foto © Ronald Stoops.

  • MADAME GRES: SCULPTURAL FASHION

    12. September 2012 bis 10. Februar 2013

    Die Pariser Couturière Madame Grès war eine Pionierin auf dem Gebiet des Drapierens. Sie hatte eine eigene Technik, lange Stoffbahnen in skulpturale Falten zu legen und direkt am Körper zu drapieren, um so auserlesene und elegante nahtlose Kleidungsstücke zu erschaffen. Neben Stücken aus der Pariser Musée-Gallièra-Kollektion, die zuvor bereits im Musée Bourdelle zu sehen waren, zeigte das MoMu die Entwürfe von Madame Grès Seite an Seite mit den Arbeiten moderner Designer wie Haider Ackermann, die von Grès beeinflusst wurden. Um der skulpturalen Qualität der Silhouetten Rechnung zu tragen, beauftragte das Modemuseum den belgischen Künstler Renato Nicolodi mit der Erschaffung eigens angefertigter Installationen. Foto © MoMu / Boy Kortekaas.

  • COUTURE IN COLOUR

    13. März bis 11. August 2013 

    Die Modeschöpfer Christian Dior, Hubert de Givenchy, Yves Saint Laurent und Cristóbal Balenciaga arbeiteten in den 1950er und 1960er Jahren beim Entwurf ihrer exklusiven Stoffe eng mit der Schweizer Firma Abraham zusammen, die vor allem auf das Bedrucken von Seide spezialisiert war. COUTURE IN COLOUR erzählte sowohl die Geschichte der Firma Abraham als auch die Geschichte von Mode, Kunst und Luxus im Europa des 20. Jahrhunderts. Neben farbigen Textildrucken aus dem Hause Abraham zeigte das MoMu auch die Ergebnisse von Experimenten zeitgenössischer Designer wie Dries Van Noten, Diane Von Furstenberg und Peter Pilotto mit Abraham-Drucken.

  • HAPPY BIRTHDAY DEAR ACADEMIE: 50 JAHRE MODEAKADEMIE IM MOMU

    08. September 2013 bis 16. Februar 2014

    Die Akademie bietet mit ihrem Fachbereich Modeentwurf zweifellos einen der anspruchsvollsten diesbezüglichen Ausbildungsgänge der Welt an. Das 50. Jubiläum der Modeakademie war ein hervorragender Anlass für das MoMu – ModeMuseum der Provinz Antwerpen, der Geschichte der Modeakademie und der Erfolgsgeschichte der Antwerpener Mode eine Ausstellung zu widmen.

  • Dries Van Noten. Inspirations

    13. Februar 2015 bis 19. Juli 2015

    Der Designer Dries Van Noten macht erstmals in seiner Laufbahn sein Werk in einer Ausstellung zugänglich. Es ist keine herkömmliche Rückschau, eher eine sehr persönliche Reise durch sein künstlerisches Universum. Anhand verschiedenster Themen wird der Designer auf visuell äußerst beeindruckende Weise Einblicke in seine Arbeiten, seinen besonderen Schaffensprozess und seine Inspirationsquellen gewähren. Die Ausstellung vereint anhand einer Zusammenstellung aus geschichtlichen, bildnerischen, ethnischen, filmischen und geografischen Referenzen unterschiedliche Kunstdisziplinen. Die Einflüsse, Parallelen und Gegensätze im Werk von Dries Van Noten werden in einer Ausstellung zusammengeführt, die Mode mit der Welt der bildenden und schönen Künste kombiniert.

     

ARCHIVE PIECE OF THE MONTH

  • Kleid aus synthetischen Haaren

    Kleid aus synthetischen Haaren mit einem geflochtenen Gürtel, Patrick Van Ommeslaeghe 2000-2001

    Patrick Van Ommeslaeghe schloss 1990 sein Studium an der Antwerpener Kunstakademie ab und präsentierte zwischen 1999 und 2001 nur ein paar Saisons lang Entwürfe unter seinem eigenen Namen, erhielt aber in dieser Zeit dafür den renommierten ANDAM-Preis. Seine aufgrund der wunderbaren Drapierung und der beeindruckenden Farbpaletten unvergesslichen Kollektionen erinnern an die von Halston in den 1970er Jahren verwendete Farbskala. Nach Stationen in den Haute Couture-Häusern Balenciaga, Jean Paul Gaultier, Adeline André und Pucci wurde Patrick Van Ommeslaeghe 2005 Mitglied des Designerteams von Raf Simons bei Jil Sander. Foto MoMu Collectie © Hugo Maertens.

  • Jacke aus bedruckter Seide

    Ann Demeulemeester S/S 2010, Jacke aus bedruckter Seide

    Vögel - und insbesondere deren Federn – sind ein ständig wiederkehrendes Motiv in den Kollektionen von Ann Demeulemeester. Obwohl sie in der Regel nicht für ihre Arbeit mit bedruckten oder gemusterten Textilien bekannt ist, fand 2010 nicht ihr erster Ausflug in diesen Bereich statt. Im Jahr 2000 arbeitete sie mit dem Künstler Jim Dine zusammen und verwendete Abbildungen von seinen Raven Drucken in ihrer Kollektion. Die schlagenden Flügel auf dieser Jacke hat der Fotograf und Ehemann der Designerin Patrik Robyn aufgenommen. Der Ausdruck von Freiheit und Flucht wird an anderen Stellen der Kollektion durch die Verwendung von Ketten und restriktiven Accessoires aus Metall kompensiert. Foto MoMu Collectie © Martin Bing.

  • Kleid aus bedruckter Seide

    Jil Sander S/S 2011, Kleid aus bedruckter Seide

    Unter der künstlerischen Leitung von Raf Simons wurde der charakteristische Minimalismus des Jil Sander Labels durch die gewagte, aber intuitive Verwendung von Farbe und Volumen an seine konzeptuellen Grenzen getrieben und erreichte in dieser Kollektion seinen dramatischen Höhepunkt. Das Simonsteam hat nicht nur leuchtende Neonfarben mit wogenden, bodenlangen Röcken und voluminösen Kleidern verbunden, sondern auch eine handvoll übergroßer Drucke einschließlich breiter Streifen und das Blumenmotiv dieses Kleides wohl durchdacht verwendet. Aufgrund des großen Volumens, der raffinierten femininen Linie und der hellen, frischen Farben lassen sich viele Themen der Kollektion in diesem Kleid wiedererkennen. Foto MoMu Collectie © Martin Bing.

  • Lederstiefel mit Stilettoabsatz aus Metall

    Maison Martin Margiela AW 2008-2009

    Seit seiner ersten Kollektion vor rund 20 Jahren hat das Maison Martin Margiela neue, spielerische Entwürfe für alle möglichen Schuhe untersucht. Dazu gehörten Stiefel, die einem Sandalen tragenden nackten Bein glichen, die berühmten Tabi-Stiefel, Schuhe, die schmutzig aussahen und eine große Vielfalt an optischen Täuschungen. Hier wird der glamouröse Stilettoabsatz des Stiefels durch einen großen Nagel ersetzt und damit sein Status als Luxusware buchstäblich umgekehrt. Foto MoMu Collectie © Martin Bing.

  • Blouson aus Baumwolle

    Bernhard Willhelm S/S 2010, Blouson aus Baumwolle mit Camouflage Print, verziert mit Maschinenstickerei

    Bernhard Willhelms ins Auge springende Designs sind oft auf sein Interesse an Geschichte und nationaler Identität, maskuliner Körperlichkeit und Sexualität zurückzuführen. Bei dieser Jacke wurde der traditionelle „männliche” Camouflage Print ins Gegenteil verkehrt. Die schmuddeligen Farben camouflieren das fein gestickte Blattwerk, das zart aus den Erdtönen des Stoffes hervorsprießt. Foto MoMu Collectie © Martin Bing.

  • Handtasche in Form eines Handschuhs

    Handtasche in Form eines Handschuhs, schwarzes Leder, Maison Martin Margiela, 1998–1999

    Handschuhe tauchen in den Entwürfen des Maison Martin Margiela an vielen unerwarteten Stellen auf. Zwei Jahre nach dem hier gezeigten Stück wurde ein ganzes Top aus schwarzen Lederhandschuhen genäht,  2007 wurde der Abdruck einer behandschuhten Hand buchstäblich zum „Träger“ der Handtasche. Mit einer großen Faszination für die Struktur von Kleidungsstücken und ausgezeichnetem Fachwissen gestaltet das Maison Martin Margiela regelmäßig gefundene Kleidungstücke neu oder es kreiert kostbare Unikate aus Teilen zusammengetragener Second Hand Kleidung. Diese Tasche ist wie auch immer eine spielerische Illusion und im wahrsten Sinne des Wortes eine Hand-Tasche. Foto MoMu Collectie © Daniel Rys.

  • Mit Glasperlen besticktes Abendkleid

    Modehaus Timmermans, Lier, 1925-27

    Die Familie Timmermans gründete in den 1820er Jahren in der belgischen Stadt Lier einen hochmodernen Betrieb zur Spitzenherstellung und hauchte durch die Einführung von industriellen Techniken der lokalen Spitzentradition wieder  neues Leben ein. Da die für die Spitzenherstellung notwendigen Fertigkeiten denen gleich kamen, die man für das Anbringen von Perlen und Pailletten benötigte, gelang es Timmermans in den 1880er Jahren, sich auch in diesem Bereich einen Namen zu machen. Das Familienunternehmen stellte Cocktailkleider und Accessoires für Bloomingdale’s in New York, Harrods in London und viele andere internationale Kunden her. Foto MoMu Collectie © Daniel Rys.

  • Nachmittagskleid von Roeis

    Nachmittagskleid von Roeis

    Das Couture-Haus Roeis fertigte zwischen 1911 und 1961 in Antwerpen Damenmode an. Es war Inhaber einer Lizenz für die Reproduktion von Entwürfen der Pariser Modehäuser, die Alice Roeis als Schnittmuster oder Prototyp erwarb und nach Antwerpen brachte. Die Stoffe für die in Antwerpen angefertigten Kleidungsstücke wurden in Paris bestellt und hervorragend verarbeitet. Roeis war seinerzeit das führende Modegeschäft Antwerpens. Im Archiv des MoMu befinden einige sehr schöne Stücke dieses renommierten Modehauses. Foto MoMu Collectie © Daniel Rys.

  • Caraco Jacke & Rock

    Caraco Jacke aus bedrucktem Leinen, England, 1770–1790 | Rock aus wattiertem Seidenatlas, 1750–1790

    Die Kombination eines Rocks mit einer Jacke erfreute sich im 18. Jahrhundert großer Beliebtheit, obwohl die Jacke in besonders modebewussten Kreisen als informelles Kleidungsstück galt, das man nur zu Hause oder auf dem Land trug. Um 1770 eroberte die Jacke als passendes Kleidungsstück für den Vormittag die Modewelt. In Frankreich war die Jacke unter dem Namen Caraco oder Pierrot-Jacke bekannt. In dem 14-zehntäglichen Magazin Le Cabinet des Modes ou Modes Nouvelles ist in der Ausgabe vom 15. Dezember 1785 eine Dame in einer purpurfarbenen Pierrot-Jacke mit weißem Schultertuch und einem apfelgrünen Rock abgebildet. Foto MoMu Collectie, inv nr B8 © Hugo Maertens.

  • Umstandskleid, um 1880

    Umstandskleid, um 1880

    Umstandskleid, um 1880, aus einem etwas älteren Modell umgearbeitet, das einmal als Brautkleid getragen wurde. Das Mieder ist oberhalb der Taille eng anliegend. Der Rock hat vorne  einen aufwärts verlaufenden Bund.

    In den Modemagazinen des 19. Jahrhunderts wurden die Schwangerschaft und das Bedürfnis nach entsprechender Kleidung nicht öffentlich erwähnt. Oft enthielten diese Zeitschriften aber die Abbildung einer Toilette d’interieur, auf der ein vorne etwas weiter geschnittenes Kleid gezeigt wurde. Aufgrund einer gewissen Zurückhaltung und der raffinierten Schnitte dieser Kleidungsstücke sind die Umstandskleider aus dieser Zeit nur schwer zu erkennen und kaum von anderen Kleidern zu unterscheiden. Foto  MoMu Collectie, inv nr J233 © Hugo Maertens.

  • Kleid Ann Salens

    Kleid Ann Salens

    Ann Salens arbeitete in den 1960er und 1970er Jahren in Antwerpen und wurde vor allem durch ihre bunten Kleider bekannt, bei denen sie auf unverwechselbare Weise gehäkelte, ausgefranste und maschinengestrickte Bahnen aus Kunstseide miteinander kombinierte. Ihre unstrukturierten, fließenden Silhouetten waren der perfekte Ausdruck der unkonventionellen, emanzipierten Weiblichkeit dieser Zeit. Foto MoMu Collectie, inv nr T07/6A © Hugo Maertens.